Bezahlbarer Wohnraum oder Seifenblase?

13 Monate nachdem der Stadtrat eine Arbeitsgruppe "Wohnen und Wachstum" gebildet hatte, um alle Möglichkeiten für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auszuschöpfen, präsentierten die Stadtratsfraktionen der Bürgervereinigung, der Grünen und der SPD einen Antrag unter dem Motto "Miteinander - Wohnen in Wolfratshausen". Der 1. Bürgermeister wurde beauftragt, die notwendigen Planungsschritte einzuleiten, um bezahlbaren Wohnraum in Wolfratshausen zu schaffen.

 

Bei den vorgeschlagenen Grundstücken gab es keine Überraschung - es handelt sich ausschließlich um alt bekannte Möglichkeiten. Man mag sich nun fragen: Warum brauchte man dazu über ein Jahr?

 

Wichtiger aber ist die Frage nach einer sinnvollen Bebauung der raren noch verfügbaren Grundstücke: Die Hälfte der zu schaffenden 100 Wohnungen sollen auf der so genannten Coop-Wiese in Waldram entstehen. Dieses politisch sehr umstrittene Grundstück soll ausschließlich mit staatlich geförderten Sozialwohnungen bebaut werden. Aus Sicht der JU ist der soziale Wohnungsbau eine Notwendigkeit, allerdings sollten auch Parzellen für Doppelhaushälften und/oder Reihenhäuser für junge Wolfratshauser Familien nach einem Einheimischenmodell ausgewiesen werden, wenn dieses als "grüne Lunge Waldrams" bezeichnete Areal schon bebaut werden muss.

 

Obwohl sozialer Wohnungsbau nur auf der Basis eines tragbaren Grundstückspreises möglich ist, schlugen die Antragsteller vor, das "Filet-Grundstück Sauerlacher Straße 15" (Am Floßkanal) mit 37 Wohnungen an ein Wohnungsbauunternehmen zu verkaufen oder in Erbpacht zu vergeben. Nachdem hier ein Mehrgenerationenhaus entstehen soll, verbunden mit der Auflage der Sanierung des alten denkmalgeschützten Krankenhauses, sieht die JU hier große Realisierungsschwierigkeiten.

 

Schließlich schlugen die Antragsteller noch zwei Grundstücke vor (ehemaliger Kindergarten an der Auenstraße und das so geannte Klein-Anwesen in der Bahnhofstraße), die nicht ausschließlich im Besitz der Stadt Wolfratshausen sind. Nachdem diese Grundstücke ebenfalls nur in Erbpacht vergeben werden sollen, wozu über die mögliche Höhe der Erbpacht keine Angaben gemacht wurden, bezweifelt die JU, dass hier potentielle Bewerber gefunden werden.

 

 

 

Leider wurden keine neuen Vorschläge unterbreitet, wo die Stadt zum Beispiel durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes oder durch eine Änderung des Flächennutzungsplanes neues Baurecht für öffentlich geförderte Wohnungen sowie frei finanzierte DHH/Reihenhäuser für junge Familien schaffen könnte. Hat man schon einmal in Erwägung gezogen, den infrage kommenden Teil des Grundstücks an der Sauerlacher Straße frei zu veräußern und vom Erlöß anderen und v.a. mehr Grund zu erwerben und auszuweisen?

 

 

 

Sicherlich ist das Raumangebot in der Stadt Wolfratshausen begrenzt. Die im Ort ansässigen Bauträger werden bei ihren nächsten Bauanträgen Wege aufzeigen, wo noch gebaut werden kann. So können wir nur genau beobachten, ob die notwendigen Planungsschritte eingeleitet werden und sich auch Unternehmen finden, die Grundstücke nach den Vorstellungen der Stadtväter zu bebauen.

 

 

 

Dass preisgünstige Wohnungen in Wolfratshausen für Alleinstehende, junge Familien, Rentner usw. gebraucht werden - diese Tatsache ist "Gott sei Dank" schon einmal angekommen.

 

 

 

Andreas Ofenbeck

 

Ortsvorsitzender

 

Junge Union Wolfratshausen