29.10.2015

 

Die Bundesdrogenbeauftragte zu Gast beim „Politischen Herbst 2015“

 

Wolfratshausen. „Kippe, Crystal, Handy – Besser Leben ohne Sucht. Die Drogen – und Suchtpolitik der Bundesregierung.“ – so lautete das Thema der fünften Veranstaltung der Reihe „Politischer Herbst 2015“ der Jungen Union Wolfratshausen am vergangenen Donnerstag. Als Referentin durfte der Ortsvorsitzende Andreas Ofenbeck die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler im Gasthaus „Zur Post“ in Waldram willkommen heißen.

In der Begrüßung machte Matthias Sailer vom Organisationsteam der JU-Veranstaltungsreihe deutlich, dass das Thema auch im Landkreis immer wieder medial präsent ist und besonders Jugendliche und junge Erwachsene zu den am meisten Gefährdeten gehören. Diesen Gedanken griff Ofenbeck sodann auf, der als Stellvertretender Kreisvorsitzender das Grußwort für den JU-Kreisverband hielt. Neben Alkohol, Tabak und anderen Genussmitteln und Drogen sei aber auch die substanzungebundene Abhängigkeit nicht zu vernachlässigen, so der Ortsvorsitzende. Computer- und Onlinesucht sei ein schleichender Prozess und betreffe vor allem Teenager, weshalb er sich freue, so viele junge Zuhörer im gut gefüllten Saal willkommen heißen zu dürfen.

„Mein Thema ist die Gesundheit!“ begann die Bundesdrogenbeauftragte Mortler ihren anschließenden Vortrag, in welchem sie einen informativen Einblick in die Drogen- und Suchtpolitik der Bundesregierung gab. Legale Drogen wie beispielsweise Alkohol und Nikotin, aber auch Medikamente und E-Zigaretten können neben ihrem Suchtpotenzial die Gesundheit enorm schädigen, betonte Frau Mortler und belegte dies anhand von Fakten. „Egal ob Alkohol oder andere Substanzen, wer einmal abhängig war, ist sein Leben lang von Rückfälligkeit und erneuter Abhängigkeit bedroht“, warnte Mortler. Insbesondere vor den illegalen Drogen, welche sich leider immer größerer Popularität bei Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren erfreuen, wie etwa Cannabis und Crystal Meth, warnte die Drogenbeauftragte. Sie wolle hier die Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Nachbarländern weiter verbessern und „aufklären, nichts unter der Decke halten“. Von einigen Vertretern der in geringer Zahl ebenfalls anwesenden Grünen Jugend auf das „fragliche Gesundheitsrisiko von Cannabis“ angesprochen, bestätigten sowohl Mortler als auch ein anwesender Polizeibeamter aus dem Publikum, dass über Tote durch reinen Cannabiskonsum kaum Zahlen vorhanden seien, beide betonten jedoch, dass es im Zusammenhang mit Mischkonsum mit anderen bewusstseinsverändernden Substanzen sowie durch Unfälle unter Cannabiseinfluss durchaus Zahlen in alarmierender Menge vorhanden seien. Der ebenfalls aus den Reihen der Grünen Jugend mehrfach aufgeworfene Vorwurf der Kriminalisierung von  Cannabiskonsumenten wurde zunächst mit der Bemerkung „Haben Sie an diesem Tisch keine anderen Sorgen?“ quittiert, bevor die Drogenbeauftragte die Linie der Bundesregierung mit Hinweis auf die Konsequenzen eines Unfalls mit Drittbeteiligten verteidigte. Anschließend stellte Frau Mortler die neue Gefährdung der vorwiegend jugendlichen Bevölkerung durch sogenannte „legal highs“, wie Kräutermischungen u.a. vor, bevor die Veranstaltung nach einer interessanten Diskussionsrunde nach gut zwei Stunden beendet wurde.

Am 12. November steht mit dem bayerischen Kultusminister der nächste hochkarätige Politiker im Rahmen des Politischen Herbst der Jungen Union Rede und Antwort. Im Wirtshaus „Flößerei“ wird Dr. Ludwig Spaenle zu aktuellen bildungspolitischen Themen sprechen.