Merkur Politikverdrossenheit vor Ort

Hochgeladen am: 30.05.2015

Politikverdrossenheit vor Ort


In der Straßenumfrage der Jungen Union Wolfratshausen vergangenen Mittwoch bestätigte sich, was die aktuellen Jugendstudien ebenfalls konstatieren: Die Jugend ist nicht nur politikverdrossen, sondern die Mehrheit der Befragten bescheinigte sich selbst zu wenig Wissen, um selbst politisch aktiv zu werden. Während die Demokratie als alternativlos bejaht wird, hegen die allermeisten Jugendlichen ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber unseren Politikern.


Dieser Umstand ist sicherlich vielen Faktoren geschuldet, nicht zuletzt der „großen“ Politik. Doch wir können vor Ort einiges Positives bewirken, davon sind wir bei der Jungen Union überzeugt. Soziales und politisches Engagement steigt vor allem, wenn den Jugendlichen die Sache am Herzen liegt. Unsere Umfrage ergab, dass sich unsere Jugendlichen mehr gesellschaftliche Aktionen wünschen und daran werden wir im kommenden Jahr verstärkt arbeiten. Um die gewünschten Events zu stemmen sind aber auch helfende Hände benötigt.


Auf der anderen Seite sollten die Mandatsträger vor Ort geeignet sein, für die Jugendlichen als Vorbilder zu fungieren. Angesichts der jüngsten Aussagen unseres Bürgermeisters in der Bürgerladen-Affäre, er wolle „in Zukunft eben nicht mehr ehrlich“ sein und „den Umgang mit der Presse einschränken“, ferner der Arbeit im Wolfratshauser Rathaus konstatiert, dass es ganz normal sei, dass dem Stadtrat wichtige Informationen nicht kommuniziert werden, mag die Frage nach eben dieser Vorbildfunktion erlaubt sein.


Es sollte und darf in unserer (Lokal-)Politik nicht sein, dass versucht wird, eigenes Fehlverhalten mit dem anderer zu legitimieren. Sollte das einzige Wissen der Jugendlichen über die Politik von derartigen Meldungen geprägt werden, braucht man sich nicht wundern, wenn Jugendliche kein Interesse zeigen, aktiv auf diese Weise Politik zu machen.


Andreas Ofenbeck
Ortsvorsitzender JU Wolfratshausen