SZ Geschichte vom Regenten

Hochgeladen am: 30.05.2015

Bildquelle: http://pixabay.com/static/uploads/photo/2013/07/12/12/28/king-145747_640.png
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Bezugnehmend auf den SZ-Artikel "Dann eben unehrlich" vom 28. Mai 2015, 16:54 Uhr von Claudia Köstler (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/wolfratshausen-dann-eben-unehrlich-1.2498211)


Die Geschichte vom einsamen Regenten und seinem Volk
In einem wunderschönen Landstrich unterhalb des Berges lebte einst ein Herrscher, der nur leidlich mit seinem konstitutionellen Pendant (= Stadtrat) zurechtkam, da dieser ihm aus seiner Sicht alle seine Herzensangelegenheiten blockieren oder zerschießen wollte. Kurz nach seinem Herrschaftsantritt wagte es auch noch das Volk, welches seinen Versprechungen und Verlockungen noch kurz zuvor zugejubelt hatte, sein favorisiertes und bereits geplantes Bauvorhaben zu boykottieren. Daher fing der Regent an, sich anderer Mittel und Wege zu bedienen, wenn seine Vorhaben die Zustimmung des gemeinen Volkes nicht zu finden schienen. Doch es dauerte nicht lange und die Presse deckte seine Machenschaften auf – der Aufschrei unter seinen Beratern war groß: Getäuscht worden sei man! Dabei hatte dem Regenten doch nur der Mut gefehlt, ganz ehrlich zu sein… Tief getroffen von dieser Ungerechtigkeit war sich der Regent nun auch sicher, dass neben dem Stadtrat und dem Volk nun auch die Presse ihn nicht mehr mochte und warnte sie aufzupassen, was sie schreibe. Verbittert zog er sich zurück in seinen Amtssitz und so lebte er auch bis an das Ende seiner Amtszeit und wenn er nicht abgewählt worden wäre, dann schmollte er dort noch heute.